Journalisten tragen Verantwortung
Konflikte sind regelmäßig Gegenstand der Berichterstattung. Mit ihren Beiträgen, Bildern und Reportagen spiegeln Journalisten jedoch nicht einfach konfliktreiche Ereignisse wider, sondern greifen in das Geschehen ein. Alleine die Tatsache, dass darüber berichtet wird oder nicht, kann Einfluss auf den Verlauf eines Konflikts nehmen. Journalisten haben deshalb sowohl den Konfliktparteien als auch dem Publikum gegenüber Verantwortung. Das internationale Netzwerk PECOJON unterstützt Journalisten, die sich dieser Verantwortung stellen wollen. Wir fordern und fördern konfliktsensitiven Journalismus.
PECOJON ist ein unabhängiges internationales Netzwerk von Medienschaffenden aus den Bereichen Journalismus, Film und Ausbildung. Wir setzen uns für eine konstruktive Berichterstattung über Konflikte, Krisen und Kriege („Friedensjournalismus“) ein. Gegründet 2004 als ein philippinisch-deutsches Partnerprojekt, ist PECOJON mittlerweile stark gewachsen und hat Mitglieder aus Asien, Australien, Afrika und Europa. PECOJON Deutschland versteht sich als Netzwerk für den Raum Deutschland, Liechtenstein, Österreich und die Schweiz.
PECOJON hat sich zum Ziel gesetzt, Journalisten und die Öffentlichkeit auf die Interdependenzen von Journalismus und Konflikten aufmerksam zu machen. Um dies zu erreichen, schafft PECOJON einen Wissenspool zum Thema Friedensjournalismus, entwickelt Ausbildungskonzepte, vermittelt Referenten und organisiert Vorträge und Workshops. Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu friedensjournalistischer Arbeit sollen für die Praxis nutzbar gemacht werden.
PECOJON bietet einen offenen konkurrenzfreien Raum, ein Netzwerk in dem aktuelle Themen der Konfliktberichterstattung mit Gleichgesinnten diskutiert und reflektiert werden können. PECOJON ist offen für alle Medienschaffende, die sich dem Friedensjournalismus verbunden fühlen, nicht nur für Reporter in Krisengebieten. Wir wollen auch die journalistische Arbeit mit Konflikten im Inland thematisieren: Gerade in den Konflikten des Alltags qualifiziert die Kompetenz der konstruktiven Konfliktbearbeitung die journalistische Arbeit. Deshalb bieten wir gegenseitige Recherchehilfen und gegenseitiges Coaching.
PECOJON macht öffentlich, wo und wie Medien durch ihre Berichterstattung Konflikte verschärfen und wo Journalisten bei dem Versuch, über Konflikte unabhängig und allparteilich zu berichten, behindert werden. Wir wollen auch auf Konflikte aufmerksam machen, die von den Medien bisher vernachlässigt wurden.
In Krisen will PECOJON dafür sorgen, dass auch nicht-militärische Lösungen Eingang in die Berichterstattung finden.
PECOJON unterstützt Journalisten in Krisengebieten, die konfliktsensitiv arbeiten. Außerdem suchen wir Kontakt zu Journalisten und Organisationen in Konfliktgebieten, die für Hilfe suchende Reporter aktiv werden können. Wir wollen die internationale Ebene von PECOJON stärken – durch Austausch und durch praktische Solidarität mit Kollegen.
PECOJON fördert den Austausch von Informationen zum Thema Friedensjournalismus. Deshalb will PECOJON den Austausch mit anderen Organisationen aus den Bereichen Journalismus, Konfliktforschung und Friedensarbeit ausbauen.
Damit wir unsere Ziele verwirklichen können, sind wir auf Spenden angewiesen. Wir freuen uns über jede finanzielle und ideelle Unterstützung von Menschen, die unsere Überzeugungen teilen.
